Tor 20 - Das Tor des Hier + Jetzt

Oberflächlichkeit – Selbstsicherheit – Präsenz

Hals-Zentrum

Viertel: Zivilisation

Kontur: Individuell

Der 20. Genschlüssel ist entscheidend für das Verständnis der Genschlüssel. Der ursprüngliche Name auf Chinesisch kann als „Kontemplation“ interpretiert werden. Es bedeutet „Betrachten“ im Sinne von innerem Betrachten und meditieren. Der ganze Zweck der Genschlüssel ist es, diese vergessene Kunst zu fördern. Kontemplation kann jedoch nicht gelehrt werden. Es kann nur kultiviert werden. Es ist die subtilste aller Künste. Wie beim 10. Schlüssel führt die intensive Selbstbeobachtung dieses Schlüssels letztendlich zu einem Durchbruch bei der Akzeptanz unserer wahren Identität. Menschen mit diesem Genschlüssel sind oft sehr wach und intuitiv, können aber auch dazu neigen, sich durch ständiges Denken oder Tun von der eigentlichen Essenz des Moments abzulenken.

Der Archetyp: Der Ruhige

In der Tiefe der Gegenwart lebt ein Wesen, das weder in die Vergangenheit zurückblickt noch die Zukunft herbeisehnt. Es ist der Ruhige – der Archetyp des 20. Genschlüssels, ein Ausdruck reiner Präsenz.

Er ist nicht getrieben von der Hektik der Welt, nicht gefangen in endlosen Gedankenströmen oder Emotionen, die ihn fortreißen. Sein Wesen ist einfach – nicht im Sinne von „wenig“, sondern im Sinne von vollständig. Er lebt in der unmittelbaren Wahrheit des Moments.

In seiner unbewussten Form verliert sich der Ruhige in Zerstreuung. Er spricht vielleicht viel, doch seine Worte sind leer, weil sie nicht aus einer tiefen inneren Quelle kommen. Er läuft durch das Leben, ohne wirklich da zu sein, gefangen in Gewohnheiten, Reizüberflutung und dem Drang, immer etwas zu „tun“. Doch egal, wie schnell er sich bewegt – er entfernt sich nur weiter von sich selbst.

Wenn er erwacht, beginnt er, das Geschenk der reinen Gegenwart zu erkennen. Er hört auf, ständig nach dem nächsten zu suchen und erlaubt sich, jetzt zu sein. Er entdeckt, dass wahres Zuhören nicht nur bedeutet, Worte zu verstehen, sondern die Stille zwischen den Worten zu fühlen.
Seine Kraft liegt in der einfachen, aber tief transformierenden Fähigkeit, ganz hier zu sein – ob in einem Gespräch, in einem Lächeln oder im bloßen Sein.

Wenn sich der Ruhige vollständig mit dem Leben verbindet, gibt es keine Trennung mehr. Vergangenheit und Zukunft lösen sich auf, die Zeit selbst vergeht in seinem stillen, unerschütterlichen Bewusstsein. Er wird zur Verkörperung des reinen Seins – zum Ausdruck des Lebens selbst.

Er spricht weniger, aber wenn er spricht, tragen seine Worte eine tiefe Wahrheit. Er handelt nicht aus Druck, sondern aus Spontaneität. Sein Blick ruht sanft in der Welt, nicht weil er sich von ihr distanziert, sondern weil er sie in ihrer Ganzheit sieht.

In seiner Gegenwart fühlen sich andere Menschen entspannt, geerdet, angenommen – als würden sie endlich in den natürlichen Fluss des Lebens eintauchen. Jeder Mensch trägt diesen Archetyp in sich. Die Frage ist: Bist du bereit, die Stille zu hören, die jenseits von Gedanken liegt?

Der Ruhige ruft dich dazu auf, innezuhalten. Er erinnert dich daran, dass es nichts zu tun gibt – außer zu sein. In dieser Einfachheit liegt die tiefste Weisheit. Denn nur in der Gegenwart kann das Leben wirklich erfahren werden.

Du trägst die Gabe der Präsenz in Dir. Deine wahre Stärke liegt darin, im Hier und Jetzt zu leben und das Leben in seiner Tiefe zu erfahren. Du bist ein lebendiges Beispiel für die Kraft des Augenblicks, in dem sich alle Möglichkeiten entfalten. Dein Fokus auf den Moment bringt Klarheit und Wahrheit in alles, was Du tust. Erinnere Dich, dass wahre Transformation im Jetzt geschieht – Du bist der lebendige Ausdruck dieses Augenblicks, und das ist Deine Kraft.

Botschaft an dich

„Meine Philosophie ist es, alles zu mir kommen zu lassen, anstatt auszugehen und das Leben zu verfolgen.“

Interner Motivator

Vertraue auf die göttliche Ordnung

Positive Attribute

Erhöhtes Bewusstsein

Natürliche Präsenz

Unerschütterlichkeit

Stolpersteine

Schwierigkeiten, die Probleme anderer zu erkennen

Kann faul oder distanziert erscheinen

Es geht mehr um Worte als um Taten

Physiologie

Stammhirn (Rückenmark), Aminosäure: Leucin

Codon Ring

Tor 20 ist im Codon Ring vom Leben und Tod (3, 20, 23, 24, 27, 42). Sein Programmierungspartner ist Genschlüssel 34.

„Eine der großen Auswirkungen der Anwesenheit ist die Vertiefung Ihres Atems.“

Der Schatten des 20. Genschlüssels
"Oberflächlichkeit"

Oberflächlichkeit ist ein Leben ohne wirkliche Selbsterkenntnis. Diese Menschen sind sich der Dinge oder des eigenen Selbst oder sogar anderer nicht bewusst. Wenn die Herausforderungen des Lebens eintreten, scheinen diese Personen entweder abwesend oder hektisch zu sein. Und es kann eine schmerzhafte Offenbarung sein, auf das Leben zurückzublicken und das Trümmerfeld von Beziehungsherausforderungen, nicht realisierten Träumen und Verletzungen zu sehen, die wir anderen verursacht haben. 

Hier müssen wir beginnen. Es geht darum, dasselbe Objektiv auf die Gegenwart zu trainieren – auf unsere aktuelle Situation und wie wir uns verhalten. Und mit der Zeit beginnen wir, eine wichtige Verbindung herzustellen: Unser äußeres Leben baut auf der Grundlage unseres inneren Lebens auf. Dies ist die erste Phase der Kontemplation.

Oberflächlichkeit kann zu Unsicherheit führen. Wenn du dir eingestehen darfst, dass du in einer Sache nicht in die Tiefe gegangen bist, dann fehlt dir vermutlich die Sicherheit. Nehmen wir an, du hältst einen Vortrag. Du suchst dir ein Thema aus, in dem du dich nicht wirklich auskennst. Nun kannst du entweder Zeit investieren und dich gründlich einarbeiten bzw. vorbereiten, um möglichst sicher zu sein, dass du souverän zu sprechen in der Lage bist. Oder du lässt es darauf ankommen und wirkst mitunter unsicher, weil du eigentlich keine Ahnung hast von was du da redest. Vielleicht drückt sich der Schatten in der reaktiven Art aus und du redest ganz viel, wirkst ganz beschäftigt und überaus interessiert, um deine Oberflächlichkeit zu überspielen. Oder aber du gerätst uns Stocken, ziehst dich innerlich zurück und empfindest Scham, es ist dir peinlich.

Repressiv: Der Körper ist da, aber die Gedanken sind wo anders. Wo bist du? Du bist abwesend. Dein Bewusstsein ist meistens eingefroren, weil du eine starke und unbewusste Angst in dir hast. Du bist der Mensch, der manchmal aufleuchtet und dann wieder ausgeht, kommt drauf an wie aktiv du bist oder wie leise dein Verstand ist.

Reaktiv: Die Angst wird in Aktivität umgewandelt. Du bist in ununterbrochener Bewegung, nicht im Stande in deiner Hektik mal Halt zu machen. Dieser Zustand ist öfters in unserer Gesellschaft sichtbar. Mit welchem Eifer der Verstand versucht die Aktivität zu tranchieren, zeigt wie tief diese Angst in uns steckt. Mach langsam, nimm deinen Schatten an und du kommst in die Gabe.

Die Gabe des 8. Genschlüssels
"Selbstsicherheit"

Der Zustand der Selbstsicherheit ist deine eigene größere Natur. In dieser tieferen Ebene der Kontemplation sehen wir nicht nur uns selbst und unser Verhalten, wir spüren auch die Wirkung, die unsere Abwesenheit oder Präsenz in der Welt hat. Und sobald wir anfangen, die Auswirkungen unserer Handlungen, Gedanken, Worte und Sprache zu betrachten, hat dies eine vorbeugende Wirkung auf uns. Lebst du in der Gabe der Selbstsicherheit gehst du in eine neue Aufgabe entspannt. Denn dir ist klar, du kannst nicht alles beeinflussen wie es läuft, aber du weißt, was du auf dem Kasten hast und dass dir schon irgendetwas einfallen wird.  

Kontemplation bringt Ruhe in unser überstimuliertes Nervensystem. Begrenzende Suchtmuster beginnen wegzufallen. Wir werden in unserer Umwelt weniger schädlich und giftig. Und wir gewinnen ein größeres Bewusstsein und mehr Klarheit bei der Bewältigung unserer täglichen Herausforderungen. Durch dieses schöne Geschenk fühlen wir uns menschlicher und es gibt uns einen tiefen Sinn für die Welt.

Selbstsicherheit kennt sich. Kennt jedes Ich-Teilchen, jeden Schatten und kann von einem beobachtenden Beobachtungsort aus liebevoll damit umgehen. Dieser 20. Schlüssel lehrt dich, als energetischer Lebenssurfer völlig im Fluss der Existenz zu sein. Das sieht von außen sehr einfach aus, erfordert aber sowohl eine innere als auch eine äußere Stärke. Es erfordert Selbstliebe und Selbsterkenntnis, Selbstermächtigung und Selbstausdruck.

Die Siddhi des 8. Genschlüssels
"Präsenz"

Diese Siddhi manifestiert sich als eine reine, strahlende Präsenz im Hier und Jetzt. Sie ist nicht nur das bloße Bewusstsein des Moments, sondern auch die Fähigkeit, vollständig in der gegenwärtigen Erfahrung aufzugehen, ohne Ablenkung oder Verwirrung.

Die Siddhi der Präsenz ist eine kraftvolle Energie, die tief in die Dimension der Stille und des inneren Friedens führt. Menschen, die diese Siddhi verkörpern, haben die Fähigkeit, die Welt mit einer Weisheit und Klarheit zu durchdringen, die keine Worte benötigen. Sie sind in jedem Augenblick vollkommen gegenwärtig und in tiefer Harmonie mit dem Universum. Diese Präsenz ist nicht eine passive Beobachtung des Lebens, sondern eine aktive, lebendige Erfahrung, in der jeder Moment zu einer vollkommenen Entfaltung von Bewusstsein wird.

Es ist eine Form von Achtsamkeit, die weit über das übliche Verständnis von Aufmerksamkeit hinausgeht. Sie ist nicht gezwungen oder gewollt, sondern vielmehr eine natürliche Ausstrahlung, die entsteht, wenn das Ego zurücktritt und das wahre Selbst in seiner ganzen Reinheit durchscheint. In dieser Siddhi gibt es keine Trennung zwischen dem Beobachter und dem Beobachteten – es gibt nur die reine Erfahrung des Seins.

Menschen, die diese Siddhi leben, sind in der Lage, die Welt um sie herum tief zu transformieren, allein durch ihre bloße Anwesenheit. Ihre Präsenz hat eine heilende und befreiende Wirkung auf andere, da sie die Strukturen des Verstandes und der Illusionen durchdringen kann und den Menschen hilft, in ihre wahre Natur zurückzufinden. Diese Menschen sind keine Dominatoren oder Lehrer im klassischen Sinne, sondern vielmehr stille Wegweiser, die durch ihre reine Existenz den Weg zu tieferem Verständnis und Freiheit zeigen.

Die Siddhi der Präsenz ist also die höchste Form der Authentizität, in der alle Begrenzungen des Egos und der Zeit aufgelöst sind. Sie stellt eine Einladung dar, sich vollkommen dem gegenwärtigen Moment hinzugeben und die tiefste Essenz des Lebens in seiner ungeteilten Schönheit zu erfahren.

Höre auf die Ruhe

Opfer der Unsicherheit

Schatten

Die Insektenrevolution (Oberflächlichkeit)

„Der Geist hindert uns daran, eins mit dem Leben zu fühlen.“

Gabe

Göttliche Entspannung (Selbstsicherheit)

„Ihre Selbstsicherheit entspricht direkt Ihrer Fähigkeit, dem Opfer Ihres Geistes zu entkommen.“

Siddhi

Die heilige Oktave (Präsenz)

„Durch die Mutation, die im Solarplexus in Anspruch nimmt, 20 th wird siddhi schließlich erlaubt die Menschheit mit unserer Welt wohl zu sein.“

Journaling Fragen:

Philosophische Themen

des 20. Genschlüssels

Das Konzept des gegenwärtigen Augenblicks

Der 20. Genschlüssel lädt zur philosophischen Reflexion über den gegenwärtigen Augenblick ein. Im Gegensatz zur Vergangenheit und Zukunft betont er das Jetzt als einzigen realen Moment. Philosophien wie der Buddhismus und die Lehren von Eckhart Tolle setzen das „Hier und Jetzt“ als zentralen Zugang zum inneren Frieden und zur Selbstverwirklichung.

Selbstbewusstheit und Autonomie

Die Gabe der „Selbstbewusstheit“ deutet darauf hin, dass echtes Bewusstsein von innen heraus kommt und nicht von äußeren Einflüssen. Dies führt zu Überlegungen über wahre Autonomie und wie Selbsterkenntnis durch das Verständnis des eigenen Bewusstseinszustands entwickelt wird. Die Philosophie des Stoizismus, insbesondere bei Epiktet und Seneca, betont die Bedeutung des inneren Zustands und die Freiheit, die aus Selbsterkenntnis entsteht.

Oberflächlichkeit und das Unbewusste

Im Schattenzustand zeigt der 20. Genschlüssel, wie wir in Oberflächlichkeit und Unbewusstheit gefangen bleiben können. Dies regt zu Überlegungen über die Natur des Unbewussten an, wie es bei Freud und Jung thematisiert wird. Der Schatten der Oberflächlichkeit verweist auf die Tendenz, sich durch Routinen vom gegenwärtigen Augenblick abzulenken und auf unbewusste Weise durch das Leben zu gehen.

Das Ich und die universelle Gegenwärtigkeit

Auf der Siddhi-Ebene offenbart der 20. Genschlüssel die Erfahrung der „Gegenwärtigkeit“, die das Ego transzendiert. Philosophische Diskussionen über das Ego und die wahre Natur des Selbst, wie sie in der Advaita-Philosophie oder bei mystischen Denkern wie Meister Eckhart zu finden sind, reflektieren die Auflösung des Ichs im universellen Bewusstsein.

Zeitlosigkeit und Ewigkeit im Jetzt

Der 20. Genschlüssel lenkt die Aufmerksamkeit auf die Erfahrung der Zeitlosigkeit. Hier findet sich das Konzept der Ewigkeit im Jetzt wieder, das sowohl im Daoismus als auch in der platonischen und christlichen Mystik vertreten ist.

Authentizität und Ausdruck im Moment

Der 20. Genschlüssel deutet darauf hin, dass wahre Authentizität nur im gegenwärtigen Moment ausgedrückt werden kann. Diese Idee lädt zu philosophischen Fragen darüber ein, was es bedeutet, „authentisch“ zu sein. Philosophen wie Sartre und Heidegger argumentieren, dass Authentizität darin besteht, sich seines Daseins bewusst zu sein und dieses in Freiheit auszudrücken.

Bewusstsein als lebendiger Prozess

Die Idee, dass Bewusstsein ein kontinuierlicher, dynamischer Prozess ist, steht im Einklang mit der Philosophie von Heraklit, der betonte, dass alles im Fluss ist. Der 20. Genschlüssel spricht von einem lebendigen, wachen Bewusstsein, das nie starr ist, sondern in jedem Moment neu erlebt wird.

Die Illusion des linearen Denkens

Der 20. Genschlüssel regt zum Hinterfragen des linearen Denkens an. Das lineare Denken, das Vergangenes und Zukünftiges priorisiert, entfernt uns vom vollen Erleben des Augenblicks. Diese philosophische Reflexion findet sich in der Kritik am linearen Verständnis von Zeit bei Nietzsche und anderen modernen Philosophen.